Damenkorporation Indla an der Universität Tartu


Farbentragend, nichtschlagend
Farben: kirsipruun-valge-roheline/kirschbraun-weiss-grün. (Freundschaft-Nüchternheit-Jugend)
Wahlspruch: Sõnasse kindlust, teosse ausust, kodule armastust/Feste Wort, Ehrliche Taten, Heimatliebe.

Die Korporation Indla ist am 7. März 1924 gestiftet worden. Genauer gesagt - die Idee zur Gründung der Korporation stammt vom Herbst 1923. In dieser Zeit gab es an der Universität Tartu (Dorpat) schon drei Studentinnenorganisationen - zwei Vereine und eine Korporation. So ist Indla die zweitälteste Damenkorporation in Estland.

Schon seit der Stiftungsperiode hatte korp! Indla mit den anderen Tartuer Studentenverbindungen gleichzeitig gemeinsame und auch unterschiedliche Eigenschaften. Wichtig war für korp! Indla – nationale, akademische, geistige Gesinnung, viel Wert wurde auf die Arbeitsamkeit, Ehrlichkeit und Nüchternheit gelegt. Die Korporation musste die unterschiedlichsten Rollen einer akademischen Frau vereinen - fachliche Tätigkeit und die Familie. Der Sinn der Sache war die Verschmoltzung zu einem einheitlichen Begriff der Ideen, die gegensätzlich erschienen. Es waren - Gegenwärtigkeit und Konservativität; anspruchsvoll und stabil. Es bedeutete - zu sein in der zeitgenössischen Zeit, vorwärts und unabhängig davon.

Von anderen Damenverbindungen unterscheidet Indla sich durch grösseres Wertlegen auf die Familie, eigentlich auf das Nationale durch die Familie. Es gibt ja bleibende Werte, die man dem Verwerflichen und Vergänglichen entgegenzusetzen versucht. So versuchte man den leichten, für akademische Frau unpassenden Ton zu vermeiden, ohne dabei die Geselligkeit zu verlieren.

1924 gab es zehn Stifterinnen und es lässt sich schlussfolgern, dass diese Persönlichkeiten und ihre Weltanschauungen die Grundlagen der Prinzipien von Indla bildeten. Die Widerspiegelung der Grundideen finden wir auch in dem Namen und im Couleur (Farbendeckel und dreistreifiger Band) der Korporation vor. Der Name Indla wurde aus dem damaligen Neologismus des berühmten Dr. Phil. Johannes Aavik ind, (Gen. innu) hergeleitet, der als estnische Entsprechung dem Fremdwort Enthusiasmus bedeuten sollte. Die Farbenkombination - kirschbraun-weiss-grün - symbolisiert Freundschaft, Nüchternheit und Jugend. Auf dem kirschbraunen Deckelboden befinden sich der aus zehn weissen Pfeilen bestehende Stern und der Zirkel - V,C,F und I - “Vivat, crescat, floreat corporatio Indla”.

Rebased
„Wir sind jugendhaft und die Jugend bringt uns weiter...“ – eine Strophe aus unserem Farbenlied.

Die Tätigkeit der Korporation war und ist vor allem intern, aber nicht nur. 1926 trat man dem Frauenverband des Heimschutzes bei, ab 1930 nahm man an der Arbeit der Studentenvetretung der Universität Tartu teil, man beteiligte sich an der Redaktion des “Studentenblattes”. 1930 wurde der Partnerschaftsvertrag mit Savolainen Osakunta an der Universität Helsinki unterzeichnetet, man nahm an den studentischen Sportmeisterschaften teil, war Mitglied vieler akademischen Vereine.


Võrkpallinaiskond
Die siegreiche Volleyball-„Damenschaft“ von Indla – die Meisterin der Studentenmeisterschaften 1933.

Ende der 1920er Jahre lag das C!Q! von Indla in Vabaduse 12, Anfang der 1930er zog man in Lossi Str 9 um, das bis 1940 unser Sitz blieb. Indla war in Tartu bis Auflösung durch Sowjetmächte am 31. Juli 1940 tätig. Aus den während des II Weltkrieges emigrierten Mitgliedern formierten sich die Abteilungen von Indla in Schweden, Australien, Kanada und den USA.

Die Idee der Wiederbegründung der Korporation haben im Herbst 1988 die Biologiestudentinnen aufgenommen, bald kamen künftige Ärtztinnen und Philologinnen hinzu. Im Dezember wurde festgelegt, dass die offizielle Neustiftung der Korporation im März, ebenso wie die Stiftung war, stattfinden wird. Am 31. März 1989 fanden zur Ehre der Neustiftung festlicher Gottesdienst in der Paulskirche Tartu, Stiftungsconvent im Universitätshauptgebäude und Empfang im Alten Unicafè statt. Nach der Neustiftung wurde auch der Partnerschaftsvertrag mit Savolainen Osakunta an der Universität Helsinki erneuert.

Taasasutamine
Die Neustiftung von korp! Indla 31. März 1989

Die Tätigkeit der Korporation Indla basiert auf Traditionen. Kommerse werden zweimal pro Jahr, sowohl im März (Stiftungsfest) als auch im Oktober gefeiert. Dreitägiger Kommers besteht aus dem stillen Abend im C!Q!, Allgemeinconvent für Aktivitas und Hohe Damen, der Verschwesterungszeremonie und Festabend, der als five-o´clock-tea, Tanzabend oder Ball gestaltet werden kann. In der jüngster Zeit ist das Besuchen der Gräber der verstorbenen Mitglieder hinzugekommen. Frühjahrskommers ist festlicher, da er der Stiftungsfest ist, besonders bei “runden” Jahren.


Sügiskommerss 2002
Herbstkommers 2002.

Die Zeit zwischen den Kommersen ist viel sächlicher und alltäglicher. Seit Gründungszeiten werden zusätzlich den allwöchentlichen Conventen, Fuchskollegen und allsemesterlichen Tanzkursen auch Cantus- und Referatabende, Sommer -und Wintertage gehalten, eine besondere Popularität haben die offenen Teeabende für Gäste aus anderen Studentenverbindungen gewonnen. Auf den jeden Monat stattfindenden Teeabenden wird immer ein Fuchsreferat vorgetragen und gesellige Atmosphäre bis zu späten/frühen Stunden genossen. Als eine unheimlich populäre Erneuerung ist die Porzellanmalerei der Teetassen hinzugekommen – die (Stamm)Gäste können sich eine eigene Teetasse zum Gebrauchen auf den Teeabenden anmalen. Besonders beliebt ist die Aktion unter den männlichen Gästen geworden. Neben allerwähnten Veranstaltungen gibt es zahlreiche gemeinsame Feste und Parties mit anderen Verbindungen. Traditionsreich sind der Herbstpicknick mit Studentenverein Raimla, und Empfang des Frühlings mit korp! Sakala. Mit korp! Rotalia veranstaltet man seit zwei Jahren im Herbstsemester das Theaterfestival der akademischen Organisationen. Nach Aussen wird am Anfang des Herbstsemesters im Rahmen der offiziellen Fuchwoche (veranstaltet von der Studentenvertretung) einen Rundgang namens „Das korporierte Tartu“ veranstaltet. Der Rundgang dient den Zweck der Populariserung der Verbindungen.


Palju rebaseid
Die Indlaensen-Füchse im Fuchskolleg, Okt. 2002

Schon traditionell werden feierlich der Jahrestag der estnischsprachigen Universität (1.Dez.1919), Jahrestag der Republik Estland (24. Feb. 1924) und die Mainacht (volber auf Estnisch – am 30. April und die Nacht gegen den 1.Mai), die den Höhepunkt des akademischen Jahres bildet. Aus der Vorkriegszeit stammen das Feiern der Weihnachten und von St. Martin. Als eine besondere Erinnerung bleibt für jede Indlaensa Rodeln in der Fastnacht auf dem Domberg und die Rollenvertauschung der Aktiven und Füchse am 1. April. Regelmässig finden auch gemeinsame Sportwettbewerbe der Damenverbindungen statt, es wären nur die Sportarten wie Bowling, Reiten, Schiessen und Schwimmen zu nennen.
Von Obenbeschriebenen kann eine Vorstellung entstehen, dass jeder Tag wie der Fasching ist, dies insbesondere in der Hinsicht, dass Fuchstheater und Stilparties sehr beliebt sind. Sinnvoller Zeitvertreib mit verschiedenen Unternehmen und die Zugehörigkeitsgefühl als Wert gehören untrennbar zusammen.

Im Frühling 1999 feierte Korporation Indla ihr 75. Jubiläum, es wurde auch anlässlich des Jubeljahres unser Album veröffentlicht, wo unterschiedliches Material über unsere Korporation und ihre Mitgliedschaft zu finden ist.

Aus Frühjahr 2000 stammt der Kartellvertrag mit lettischer Damenkorporation Dzintra, dem anderthalb Jahre enge Beziehungen vorausgingen und zeigten, dass wir viel Gemeinsames haben und nochmals wurde bewiesen, dass wir gemeinsame Wurzeln in der baltendeutschen studentischen Kulturtradition haben.
Ab März 2000 hat man auch den Grundstein für eine neue Tradition gelegt - unser internes Jahrbuch, das jetzt jährlich erscheint. Die weiteren Nummern haben immer grosses Beifall genossen und unser Conventsleben auch den Überseeindllaensen näher gebracht.

Frühling 2000 bleibt für uns wichtig auch deswegen, weil wir in unser neues Conventsquartier eingezogen sind. Die 200 Qm grosse Wohnung auf der Tähtvere-Str mit zentraler Lage ist stilvoll renoviert und möbliert. Im Salon befindet sich auch ein Gemälde über Indla, Schöpfung einer jungen Künstlerin.  Im Juni 2003 erwarten wir als die zweite Organisatorin neben Fraternitas Tartuensis des 40. Gesamtbaltischen Völkerkommerses zahlreiche korporierte Gäste nach Tartu. Der Gesamtbaltischer Völkerkommers findet rotierend in Deutschland, Lettland und Estland statt. Die Tradition wurde von den deutschbaltischen Korporationen in Deutschland nach dem II Weltkrieg aufgegriffen, seit dem Ende der Okkupation beteiligen sich auch die estnischen und lettischen Verbindungen.

Für eine Korporation ist eine gewisse Pathetität immer eigen gewesen, dies auch dann, wenn die Betonung des Nationalen nicht mehr im Vordergrund liegt. Zur Zeit sind wichtig Stichwörter wie akademisch, Zugehörigkeitsgefühl, gesellige Beziehungen und eine gewisse symbole Zeremonialität. Und die heilige Idee, die von Jeder nach ihrer Art gedeutet wird.


Semesterprogramm 2004/II

















Die Chargierten:

Erstchargierte: ksv! Anu Sarnet, Anu.Sarnet@mail.ee
Zweitchargierte: ksv! Külli Kivioja, kyllikivioja@hotmail.com
Schriftwart: ksv! Maarja Vaske, Maarja.Vaske@mail.ee
Fuchsmajor: ksv! Triin Heinsalu, triinsalu@hotmail.com


Damenkorporation Indla

Adresse: Korp! Indla
Tähtvere 4
Tartu 51007
Estland
Tel: 
+372 7 442 392
E-Mail:
 korp.indla@lists.ut.ee
Kontaktperson: ksv! Birgit Meerits, Aussensekretärin
E-Mail: birgitmeerits@hotmail.com

    
      

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