6th Symposium for Assyriology in Tartu

"Magic and Religion"

no admission fee.
we kindly ask for a small contribution.

 

 

 

Monday,  26th April 2004

 

Tuesday, 27th April 2004


Wednesday, 28th April 2004

Hall of the Senate
of the University of Tartu.

Bustrip within Livonia (Southern Estonia / Northern Latvia)

Hall of the Senate
of the University of Tartu.

10.00-10.30

Welcoming speeches:

Prof.Dr. K. Kasemaa, substitute of the dean of the Faculty of Theology,
Vladimir Sazonov, Chairman of the Estonian Assyriological Society,
Prof.Dr. Th.R. Kämmerer, Holder of the Chair for Ancient Near Eastern Studies.


Start: 08.00 a.m.
in front of the main buildingof the University of Tartu

Chairman: M. Heltzer

  G. Frantz-Szabó, Munich, "Wenn der König einen Palast   baut." Gedanken zum Hethitischen Bauritual.

10.30 -11.00


Chairman: K. Kasemaa


Th.R. Kämmerer, Tartu, Zum magischen Umgang der Mesopotamier mit Urbildern.

Visiting of the living place
of Dr. F.R. Kreutzwald.

U. Seidl, München, Magische Funktionen des Fisches im Spiegel der neuassyrischen Glyptik.

11.00 - 11.30


M. Dietrich, Münster, Die mytholo-
gische Präfiguration in der Magie der Babylonier und Ugariter.

Northern Latvia.


P. Roosimaa, Tartu,
Die Mager im Neuen Testament (in estonian).

11.30 - 12.00

coffee break

 

 

coffee break

12.00 - 12.30


Chairman: Graf H. von Reventlow


W. Römer, Baarn, Einiges zu den altmesopotamischen Beschwörungstexten in sumerischer Sprache, besonders zu einer ungewöhnlich formulierten Beschwörung gegen die Folgen von Schlangen- und Hundebiss, sowie Skorpionenstich.



Visiting of the Gauja / Koiva - National park in Latvia:


Chairman: Th.R. Kämmerer

H. Graf von Reventlow, Bochum, Wirksamkeit und Autorität. Die Wirksamkeit kultischer Handlungen und ihr Verhältnis zum Jahweglauben, dargestellt an Lev 1.

12.30 - 13.00


M. Heltzer, Haifa, Yokale, Yaho-Tempel im persischen Zeitalter.

13.00 - 14.30

lunch

lunch in Sigulda.

lunch

14.30 - 15.00

Chairman: M. Dietrich

V. Emelyanov, St. Petersburg, The sumerian flood story: its date and religious sense.



 






Sight-seeing:




Presentation of the EuroMediterranean
foundation of dialogue of cultures.

15.00-15.30


H. Naumann, Münster, Perspektive von außen. Zur Magie bei Heraklit und Herodot.

1. Turaida castle,

2. The caves of Sigulda.


Closing words of the symposium:

Th.R. Kämmerer




19.00 - 22.00

 

Reception of his Excellency, the German ambassador, Mr. J. Dröge, together with the holder of the chair for Ancient Near Eastern Studies, Prof.Dr.phil. Th.R. Kämmerer, in the German Cultural Institute Tartu, Kastani 1.


Return to Tartu,
arrival in Tartu: ca. 22 p.m.


Slide-show "The Naxi and their capital city Lijiang" held by M. Dietrich in the house of students, Roosi 1.


After the nice success of the symposiums of the last two years ("Art and Magic" (Spring 2002) and "To history of natural science in the Ancient Near East: section history of medicine" (Spring 2003)), also for the next year we invite our colleagues to a symposium of Assyriology to Tartu. The motto will be: "Magic and Religion". It is a meaningfull addition to the symposium of the year 2002; nevertheless also former symposiums dealed with different topics of history of religion.

Abstracts of papers

Prof.Dr.Dr.hc. M. Dietrich, Münster:

Title: Die mythologische Präfiguration in der Magie der Babylonier und Ugariter.

Für die Erforschung der Geistes- und Religionsgeschichte des Alten Vorderen Orients liegt das Thema "Magie und Religion" bisher aus allerlei fachinternen Gründen noch am Rand des Interesses. Darum ist es zu begrüßen, daß der Lehrstuhl für altorientalische Sprachen und Kulturen, Tartu, dieses Thema, das die beiden Begriffe "Magie" und "Religion" zusammenführt, für das Kolloquium 2004 gewählt hat. Der Münsteraner Alttestamentler Rüdiger Schmitt hat jüngst das Werk "Magie im Alten Testament" vorgelegt, in dem er einleitend einen begrüßenswerten Überblick über die religionswissenschaftlich, soziologisch und ethnologisch heiß und kontrovers geführte Diskussion zum Thema "Magie und Religion" seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bietet. Der zweite Teil der Einleitung umfaßt eine Darstellung dieses Thema nach der Literatur der Nachbardisziplinen des Alten Testaments, der Ägyptologie, der Altorientalistik - Syrien, Kleinasien, Mesopotamien - und der klassischen Altertumswissenschaft. Sein Ergebnis lautet (S. 90):

"Magie ist rückgebunden an die Götterwelt: Die magische Handlung ist im polytheistischen Mythos begründet, der die Symbole für den spezifischen ritualsymbolischen Akt i.d.R. durch eine Interaktion der Götter erklärt . . . Magie und Religion sind in den vorderorientalischen Religionen auf engste verbunden und bedingen sich gegenseitig. Magie ist somit - neben Gebet und Opfer - eine zentrale Praxis von Religion und der Kommunikation mit dem Göttlichen. . . Der Magier ist auf die mythologische Präfiguration des Rituals angewiesen, die seine Wirksamkeit begründet. Aus sich heraus kann der Magier nichts bewirken, er handelt Kraft göttlichen Wissens und im göttlichen Auftrag. . ."

In meinen Ausführungen gedenke ich, das von R. Schmitt erfaßte Ergebnis der mythologischen Präfiguration beim magischen Handeln anhand von zwei Textbeispielen zu illusterieren und zu untermauern: Schöpfung und Geburt des ersten Menschen und seine Begabung mit autogenerativer Kraft nach dem Atramhasis-Epos (Tafel I) (Punkt 2) und Heilung vom Schlangengift in Ugarit (KTU 1.100) (Punkt 3). Der erste Text beleuchtet die Erschaffung des Menschen zur Vollendung der Schöpfung und der zweite die Heilung des Menschen nach einem Schlangenbiß zur Erhaltung derselben.

Dr. V. Emelyanov, St. Petersburg:

Title: The sumerian flood story: its date and religious sense.

Abstract:

1. How many flood-stories we have in Sumerian literature?
2. What is the season of the Flood?
3. Where and when the cuneiform sign 'Flood' at the first time appeared?
4. The Sumerian Flood Story: between 'The Nippur Lament' and 'Gilgamesh's Death'.
5. What is the sense of Gilgamesh's journey to Ziusudra in Sumerian texts?
6. Who is Ziusudra?
7. What is the magic aim of the image of Ziusudra in Sumerian ideology?

Prof.Dr. M. Heltzer, Haifa:

Title: Zum magischen Umgang der Mesopotamier mit Urbildern.

Prof.Dr. Th.R. Kämmerer, Tartu:

Title: Zum magischen Umgang der Mesopotamier mit Urbildern.

Dr. H. Naumann, Münster:

Title: Perspektive von außen. Zur Magie bei Heraklit und Herodot.

Prof.Dr. Graf H. von Reventlow, Bochum:

Title: Effectiveness and Authority. The Efficiency of Cultic Acts and Their Relation to YHWH-Belief in Lev 1. Summary.

Abstract:

Recent anthropological studies of ancient Near Eastern texts and of peoples that have preserved their original culture in modern times have shown a worldview, in which things and living beings dispose of a material and perpetually emanating aura. It can be tapped by contiguity, and certain qualities can be conferred to other subjects or objects. The »magic« view reckons with a dynamic system of powers, in which beings are connected with one another. By ritual acts one can gain access to these powers. Biblical exegesis can use these insights for a better understanding of Old Testament ritual texts. Taking as example the law of burnt offerings in Lev 1, a close reading can show that the oldest layer of the chapter contains a ritual, formulated in 3. pers. sg., describing the exact process of the offering ( Vv.4-6.9aba). The laying of the offerer's hand upon the animal has the effect of »being accepted« (ni.) as atonement. Everything functions automatically. The ritual could be used without any intervention of a deity. At a later stage, the piece was framed by sentences declaring the form of the offer as an express command of YHWH to the Israelites through the mouth of Mose. Thus it was secondarily founded on divine authority.

Prof.Dr. W.H.Ph. Römer, Baarn, Netherlands:

Title: Einiges zu den altmesopotamischen Beschwörungstexten in sumerischer Sprache, besonders zu einer ungewöhnlich formulierten Beschwörung gegen die Folgen von Schlangen- und Hundebiss, sowie Skorpionenstich.

Abstract:

Mit meinem Vortrag möchte ich eine modernisierte Version meiner früheren Bearbeitung des Textes VS 10, 193 für die zweite FS von Soden, AOAT 240, S.413 ff. vorlegen. Ich versuche, besonders die in den vergangenen etwa zehn Jahren erschienene allgemeine Literatur zu den altmesopotamischen Beschwörungen, vor allem in sumerischer Sprache, einigermassen zu verarbeiten und auch die inzwischen erschienenen Neubearbeitungen von VS 10, 193 zu berücksichtigen.

Mit dem genannten Text als Ausgangspunkt werden folgende Punkte kurz behandelt:

I. Die Frage, weshalb Beschwörungen (wie die unsrige) speziell gegen Schlangen, Hunde und Skorpione als besonders gefährliche Tiere gerichtet waren. Gegen die Tiere oder gegen die Furcht vor ihnen?

II. Einiges zur Serienbildung und Textgeschichte der Beschwörungen in sumerischer Sprache.

III. Einiges zu den nichtkanonischen Beschwörungen in verschiedenen Sprachen (sum., akkad., elam., hurr.), ihrer Zielsetzung und geographischen Herkunft.

IV. Zu den unterschiedlichen literarischen Typen der sumerisch-sprachigen Beschwörungen, darunter dem Marduk-Ea-Typ, dem unser Text angehört.

V. Zu den Beschwörern (Ritualfachmännern) und ihrer Tätigkeit.

VI. Zur Frage der psychosomatischen Wirkung der Beschwörungen für den individuellen Patienten.

VII. Eine versuchsweise Übersetzung unserer Beschwörung mit einigen Ergänzungen zum Kommentar in FS von Soden (AOAT 240), S.419ff.

Dr. U. Seidl, Munich:

Title: Magische Funktionen des Fisches im Spiegel der neuassyrischen Glyptik.

Abstract:

In der assyrischen Magie wurden der lebende Fisch und das Bild des Fisches zu ganz verschiedenen Zwecken verwendet. Der lebende Fisch wurde eingesetzt, um Miasmen fortzuschaffen. Das dem Umkreis des Gottes Ea zugehörige Zeichen "Fisch" sollte zusammen mit einer Raute den persönlichen Gott des Menschen evozieren. Die letztere Bedeutung mag bis in die christliche Symbolik hineingewirkt haben.

Dr. G. Frantz-Szabó, Munich:

Title: "Wenn der König einen Palast baut." Gedanken zum Hethitischen Bauritual.

Abstract:

In fast allen Kulturen ist das Bauen mit rituellen Elementen verbunden, die manchmal nur noch in der Form von Volksbräuchen überleben (vgl. im Deutschen z.B. den feierlichen Akt der Grundsteinlegung oder das "Richtfest" mit dem Tannengrün auf dem Dachgebälk). Die Hethiter mit ihrer Vorliebe für die genaue Beschreibung aller möglichen Einzelheiten bei zeremoniellen Vorgängen haben auch für das Errichten neuer Gebäude "Rituale" hinterlassen. Angefangen vom Baumfällen im Wald bis hin zu Analogiezauber und Opfer an die Götter sind viele Vorgänge genau beschrieben. Ich möchte versuchen, die uns überlieferten Einzelnachrichten zu einem möglichst sinnvollen Bild zusammenzusetzen und dabei auch Fragen zu stellen, die im Zusammenhang mit „Wenn der König einen Palast baut" - dem Bauen eines Hauses, Palastes oder Tempels auftreten.

eesti keeles in English auf Deutsch

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last modified: 20.04.2004